ÜFS Durchwahl
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ÜFS steht für ÜberwachungsFrequenzSystem
Diese Art von Durchwahl funktioniert ausschliesslich am Analogen Anschluss. Sie wird oft auch als POTS Durchwahl bezeichnet. Wird die Durchwahl geschaltet ist KEIN CLIP mehr möglich. Ist am Analogen Anschluss ADSl aktiv, so ist die ÜFS Durchwahl gemeinsam mit ADSL nur dann verwendbar wenn ISDN Equipment verwendet wird.
Es gibt 2 Varianten:mit/ohne Wahlende (ÜFS)
Inhaltsverzeichnis |
Allgemeines
Das ÜFS ist ein kombiniertes Gleichstrom/Tonfrequenzzeichengabesystem. Es dient zur Übermittlung von Impuls- und Zustandszeichen zwischen Nebenstellenanlage und dem OES. Als Gleichstromzeichen von der Nebenstellenanlage zum OES wird, bestimmt von der Vermittlungsphase, von der Nebenstellenanlage eine Schleife eingeschaltet oder eine vorhandene Schleife unterbrochen. Vom OES werden die Gleichstromzeichen zur Nebenstellenanlage als Unterbrechung der Speisespannung übermittelt.
Als Tonfrequenzzeichen von der Nebenstellenanlage zum OES werden ausschließlich Tonfrequenzzeichen verwendet. Die Tonfrequenzzeichen vom OES zur Nebenstellenanlage werden als Hörtöne und als 12 kHz-Signale (ÜF) gesendet.
Der Notverkehr unterscheidet sich in der Zeichengabe vom Normalbetrieb. Als Notverkehr wird dabei der Zustand bezeichnet, wenn anstelle der Nebenstellenanlage ein Teilnehmer-Apparat an den Netzabschlußpunkt angeschlossen ist (Netzausfall bei Nebenstellenanlage, Kontrollapparat). Aktiv wird zur Übertragung der Wahlinformation entweder MFV oder Impulswahl verwendet, im Passivverkehr erkennt das OES aus der Zeichensequenz den Notverkehrszustand und sendet Rufstrom aus (Erstruf, Weiterruf).
Die in der Nebenstellenanlage vorgesehenen 12 kHz-Empfänger werden im Aktivverkehr für die Übermittlung der Tarifimpulse und im Passivverkehr für die Übermittlung vermittlungstechnischer Zeichen während eines Durchwahlvorganges verwendet.
Entsprechend seiner Verwendung sieht das ÜFS folgende Einsatzvarianten vor:
- ÜFS ohne Wahlende:
- Dieses Zeichengabesystem ist für die Zeichenübermittlung zu für die OES-Anschaltung geeignete Nebenstellenanlagen, die kein Wahlendekriterium liefern können, vorgesehen.
- ÜFS mit Wahlende:
- Für ebensolche Nebenstellenanlagen, die ein elektrisches Wahlendekriterium (WE)liefern können.
- Die wechselweise Quittung aller Zeichen in der zeitkritischen Belegungsphase ergibt minimale Zeiten für die einzelnen Schaltfolgen.
Der Aktivverkehr von der Nebenstellenanlage zum OES wird mit den gleichen Wahlverfahren wie bei Einzelanschlüssen durchgeführt.
Die Umschaltung auf Notverkehr erfolgt ausschließlich aufgrund der Reaktionen der Nebenstellenanlage auf die vom OES gesendeten Kriterien.
Spezifikation des Zeichengabeverfahrens
Beide Varianten des Zeichengabeverfahrens (ohne und mit Wahlende) sind zunächst als Übersicht der vermittlungstechnisch relevanten Zustände (Bild 1 und Bild 7) dargestellt. Die folgenden Seiten (Bild 2 bis 6) bzw. (Bild 8 bis 13) enthalten die Zustandsübergänge in Form von Zeitdiagrammen. Die für das OES angegebenen "Schleifenerkennungszeiten" sind Maximalzeiten. Bei einer Überwachungszeit von 150 ms bedeutet dies, daß die Schleifenbildung auf der Nebenstellenanlage-Seite spätestens 100 ms nach Anlegen der Überwachungsfrequenz erfolgen muß, um zu gewährleisten, daß zum Überwachungszeitpunkt (150 ms nach Einschalten der ÜF zu Belegungsbeginn - Passivbelegung nach Bild 2, 8) eine exakte Aussage über den Schleifenzustand vorliegt.
Die im Zeichendiagramm angeführten "Zeichenbearbeitungszeiten" sind Richtwerte. Das OES sieht nach dem Auslösen einer Verbindung, unabhängig davon, ob sie vor oder nach dem Melden des Nebenstellenanlagen-Teilnehmers erfolgt, eine Sperrzeit für weitere Passivbelegung vor. Durch diese Maßnahme wird das Auslösen der Nebenstellenanlage gewährleistet.
Die nachfolgende Beschreibung der beiden Varianten des Zeichengabeverfahrens beinhaltet ergänzend zu den Zustands- und Zeitdiagrammen einige Erläuterungen zu speziellen Leistungsmerkmalen des Zeichengabeverfahrens
ÜFS ohne Wahlendekennzeichen
Da von jenen Nebenstellenanlagen, welche mit diesem Zeichengabeverfahren mit einem OES zusammenarbeiten, kein elektrisches Kriterium für das Wahlende zur Verfügung steht, wird das Wahlende im OES folgendermaßen gebildet:
- Mit jeder einlangenden Wahlinformation wird im OES eine Überwachungszeit (time out) angestoßen. Läuft der entsprechende Timer ab, bevor der Nebenstellenanlagen-Teilnehmer bzw. die Abfragestelle sich gemeldet hat, so bildet das OES intern ein Wahlende-rückwärts. Anschließend wartet das OES auf das Eintreffen der Meldeschleife, die sofort (nach Schutzzeit) als Meldekriterium weitergegeben wird.
- Trifft von der Nebenstellenanlage das Meldekriterium ein, bevor der entsprechende Timer im OES abgelaufen ist, so wird (nach Schutzzeit) sofort das Melden eingeleitet.
ÜFS mit Wahlendekennzeichen
Der Einsatz dieser Variante ist für solche Nebenstellenanlagen vorgesehen, die in der Lage sind, ein elektrisches Wahlendekennzeichen zu liefern. Für die Verarbeitung der Kriterien Wahlende und Melden werden folgende Fälle betrachtet:
- Vorzeitiges Wahlende, bedingt durch Funktionsabläufe innerhalb der Nebenstellenanlage (OES hat noch nicht die komplette Wahlinformation ausgesendet). Die Nebenstellenanlage sendet vor Beendigung der Durchwahl eine kurzzeitige Schleifenbildung (60 ± 10 ms, t20). Das OES bricht nach Erkennung dieses Kriteriums die Aussendung weiterer Durchwahlinformationen ab und wartet auf das Meldekennzeichen.
- Normales Wahlende, die Aussendung des WE-Schleifenimpulses erfolgt erst nach Empfang der kompletten Durchwahlinformation. OES wertet aus (t11) und wartet auf das Meldekennzeichen.
- Wahlende in Melden übergehend, der Abstand zwischen Wahlendekennzeichen und Meldekennzeichen ist wegen unterschiedlicher Dauer der Abläufe innerhalb der Nebenstellenanlage nicht näher spezifizierbar. Er kann im Extremfall auch 0 werden, sodaß der Wahlendeimpuls ohne Unterbrechung der Schleife in die Meldeschleife übergeht. Eine Schleifenbildung > 10 ms führt im OES zum Wahlende, bleibt sie länger als 120 ms anstehen, so wird der Programmablauf "Melden" eingeleitet.
Die vorstehend beschriebenen Abläufe, die bei Variante "mit WE" vorgesehen sind, ermöglichen eine Minimierung der Meldeverzugszeit einerseits, andererseits auch eine Vereinfachung der Zeichengabe auf Seiten der Nebenstellenanlage.
Außer den vorstehend erläuterten, variantenabhängigen Abläufen wurden für das ÜFS in den Zustands- und Zeichendiagrammen folgende Fälle besonders betrachtet:
- Zusammenstoß zwischen Aktiv- und Passivbelegung
- Erfolgt die Erkennung einer Aktivbelegung (Schleife) im OES zu einem Zeitpunkt vor Anlegen der Überwachungsfrequenz (ÜF), so wird im OES bei Sammelanschlüssen eine neuerliche Leitungsauswahl ("Seriendrehen") durchgeführt, die Aktivbelegung seitens der Nebenstellenanlage wird bearbeitet, ohne daß irgendwelche Auswirkungen an der Schnittstelle erkennbar sind.
- OES belegt passiv durch Anlegen von ÜF, in der Nebenstellenanlage kommt eine Aktivbelegung zustande, bevor die abgehende Sperre wirksam werden konnte.Das OES erkennt, daß anstelle der Belegungsquittung (Schleifenimpuls) seitens der Nebenstellenanlage Dauerschleife ansteht. Reaktion Abschalten der ÜF, Passivbelegung führt zu Teilnehmer-Besetzt, Aktivbelegung wird weiter bearbeitet, Nebenstellenanlagen-Teilnehmer erhält Wählton. Anmerkung: In der Nebenstellenanlage sind Vorkehrungen zu treffen, daß das Ansprechen des 12 kHz-Empfängers in dieser Phase (vor Wahlaussendung) nicht als Tarifimpuls weitergegeben wird.
- Möglichkeit der Auslösung vom OES in beliebigen Phasen des Verbindungsaufbaues der Durchwahlverbindung
- Die Zeichengabe wurde so festgelegt, daß zur Verbindungsüberwachung entweder die Überwachungsfrequenz oder der fließende Schleifenstrom (je nach Phase) herangezogen wird. Das Fehlen beider Kriterien tritt nur in Übergangszuständen kurzzeitig auf und kann auf der Nebenstellenanlagen-Seite mit einem gemeinsamen Timer überwacht werden. Das OES sendet in allen Auslösezuständen eine Speiselücke, erforderlichenfalls kombiniert mit der Abschaltung der ÜF. So erhält die Auslösung Priorität gegenüber allen übrigen Kriterien. Bei Auslösen nach Melden durch den A-Teilnehmer wird bis zum Auslösen der Amtsübertragung dem B-Teilnehmer aus dem OES für 2 min Gassenbesetzt-Ton gesendet. Die Abgabe der Speiselücke erfolgt entweder nach Ablauf der 2 min-Zeit oder nach Öffnen der Schleife durch die Nebenstellenanlage.
Überwachungsfrequenz (ÜF)
Als Überwachungsfrequenz wird die Frequenz des Tarifimpulsübertragungssystems verwendet.
Die 12 kHz-Signale werden damit im Aktivverkehr für die Tarifimpulsübertragung und im Passivverkehr für das Überwachungsfrequenzsystem ausgenützt.
Frittwiderstand:
Zum sicheren Empfang der 12 kHz Signale in jenen Zuständen, in denen kein Schleifenstrom fließt, sind in den Amtsübertragungen Frittwiderstände vorzusehen. Für das Messen des Ableitwiderstandes zwischen den a/b-Adern ist in den Frittkreis eine Diode zu schalten (Umpolung der Spannung bei Ableitungsmessung). Als Frittwiderstand ist ein Wert von 43 kOhm + 2 % in Serie mit einer Silizium-Diode vorzusehen (Achtung auf Stoßspannungsfestigkeit). In Zusammenwirken mit den Ableitungen und dem max. Adernwiderstand (2 x 700 Ohm) der Teilnehmeranschlußleitung und der OESTeilnehmerschaltung bei UB =- 56 V ergibt sich daraus ein minimaler Frittstrom von 0,5 mA. Während des Gespräches und im Aktivverkehr muß der Frittwiderstand von den Sprechadern abgeschaltet werden.
ÜFS ohne Wahlende – Ablaufdiagramme
Zustände:
1 Ruhe
2 Erstruf - Beginn
3 Erstruf - Ende
4 Wahlbereit f. DW
5 Warten auf Melden
6 Gespräch
7 Schlußzeichen (von Nebsta)
8 DW-Einrichtung (Nebsta) fehlerhaft
9 Notverkehrs-Belegung
10 Durchwahl-Impulsserie
ÜFS mit einfacher Zeichengabe ohne Wahlendekennzeichen PASSIVVERKEHR
ÜFS mit Wahlende - Ablaufdiagramme
Zustände:
1 Ruhe
2 Erstruf - Beginn
3 Erstruf - Ende
4 Wahlbereit f. DW
5 Warten auf Melden
6 Gespräch
7 Schlußzeichen (von Nebsta)
8 DW-Einrichtung (Nebsta) fehlerhaft
9 Notverkehrs-Belegung
10 Durchwahl-Impulsserie
ÜFS mit einfacher Zeichengabe mit Wahlendezeichen PASSIVVERKEHR
Zeitentabelle ÜFS mit/ohne Wahlende
| Timerliste | vom NEBSTA ms | vom OES ms | ||||
| Timer | Zweck | gesendet | erkannt Richtwert | gesendet | erkannt Richtwert |
|
| t1 | Erkennen Notverk. | - | - | - | (>160) | |
| t2 | Erstrufsteuerung | - | - | > 300 | - | |
| t3 | Passiv-Sperrzeit | - | - | 650 +10%/-0% | - | |
| t4 | Erkennen Zusammenstoss | - | - | - | (>160) | |


